Miriam Georg: Die Verlorene
Die Handlung folgt der Protagonistin Laura auf ihrer Reise in die Vergangenheit, um ihre Großmutter Änne und deren Zwillingsschwester Luise zu verstehen, die vom Familienhof aus Schlesien flüchten mussten und zeitlebens, wie viele ihrer Generation, kaum ein Wort darüber verloren hatten.
Nun ist Änne mit über 90 Jahren an den Folgen eines Sturzes verstorben; und Laura, als Enkelin, beginnt Fragen an ihre Mutter Ellen zu stellen, welche diese aber kaum zu beantworten weiß; zu distanziert und schwierig war das Verhältnis zu Änne. Beide, Mutter und Tochter, begeben sich mit dem Auto auf die Reise in den schlesischen Ort, wo sich der ehemalige „Pappelhof“ der Familie befand.
Sie erfahren, dass Änne eine Zwillingsschwester und zwei Brüder hatte,- dass der Vater sich auf dem Hof aus Verzweiflung das Leben nahm, und das Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter auf dem Hof arbeiten mussten. Und vor allem einer der Gefangenen spielt eine große Rolle – das ist Karl – Karl, ein junger Mann mit deutsch-russischen Herkunft…
Durch die gemeinsame Spurensuche finden Mutter und Tochter zu mehr Nähe und Verbundenheit und beide erkennen, wie wichtig das Erinnern und das Wissen um die eigene Herkunft sind, auch im Hinblick auf das Leben heute, um für das eigene Leben „bereit“ zu sein!
Ein spannender und absolut lesenswerter Roman!!
- Andrea Koch -