Julia Schoch: Wild nach einem wilden Traum
Julia Schoch ist eine Meisterin des melancholisch-määndernden Erzählens. Im letzten Band ihrer Trilogie „Biographie einer Frau“ perfektioniert sie diese hohe Kunst. Ausgangspunkt ist die Erinnerung an einen Schreibkurs in den USA vor vielen Jahren, bei dem sie - bereits verheiratet -
eine Affäre mit „dem Katalanen“ beginnt. Während des Kurses arbeitet sie an einer Geschichte über ihre Kindheit in der mecklenburgischen Provinz – eine weitere Erinnerungsschleife (also nichts für AnhängerInnen chronologischen Erzählens).
Erst in der Rückschau begreift die Protagonistin, dass die Begegnung mit dem Katalanen zum Katalysator ihrer Entscheidung wurde, ganz und gar als Schriftstellerin zu leben. So kann diese faszinierende literarische Selbsterkundung auch als Plädoyer für das Wagnis der Liebe gelesen werden.